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Scheidungspartys: der neue Trend aus den USA

Scheidungspartys

Hochzeiten und Junggesellenabschiede sind Klassiker, die einfach zum guten Ton gehören – dass am Anfang einer Ehe gefeiert wird, versteht sich auch in unserer heutigen Gesellschaft noch von selbst. Schwieriger sieht es aus, wenn das Gegenteil eintritt: Scheidungen sind nicht nur für die Beteiligten unangenehm, sondern auch für den Bekannten- und Freundeskreis. Im besten Fall wird ein Mantel des Schweigens über das Geschehen gelegt, der es möglich macht, sich den heiklen Fragen nicht zu stellen. So war es jedenfalls bisher. Ein neuer Trend, der in den letzten Jahren aus den USA herüberschwappt, scheint diese Situation drastisch zu ändern: Die Scheidungspartys gewinnen immer mehr Fans.

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Ein ritueller Übergang in eine neue Lebensphase

Was in Amerika längst gesellschaftlich akzeptiert ist, stößt in Europa teilweise immer noch auf Ablehnung: Den Gedanken, das Ende einer Beziehung offiziell zu feiern, finden nicht wenige Menschen auf dieser Seite des Atlantiks geschmacklos oder zumindest abwegig. Befürworter der Scheidungsparty argumentieren allerdings, dass sie psychologisch durchaus einiges für sich hat.

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Im besten Fall dient sie als positives Ritual, das den Eintritt in eine neue Lebensphase markiert und es gleichzeitig erleichtert, mit der vorherigen abzuschließen. Diese Bedeutung ist nicht nur rein symbolisch, sondern kann für Beteiligte durchaus eine befreiende Funktion haben. Ein wichtiger Aspekt, der die Scheidungsparty persönlich macht, ist dabei das Ablegen von Dingen, die mit der geschiedenen Ehe in Verbindung stehen.

Wie genau dieser Prozess aussieht, hängt stark vom Einzelfall ab. Das Vernichten oder Versenken von Eheringen kann ebenso im Mittelpunkt stehen wie die Zerstörung des Brautkleids. Auch bösartigere Dinge wie das Bewerfen eines Bildes des Expartners mit Dartpfeilen können zur Scheidungsparty gehören. Solche negativen Gefühle sind allerdings keineswegs vorausgesetzt – auch Menschen, die keinen Groll hegen, entscheiden sich zunehmend für das befreiende Ritual. Veranstalter von Scheidungspartys sind sogar der Meinung, dass diese Variante vorzuziehen ist – wer mit dem alten Kapitel noch nicht abgeschlossen hat, ist noch nicht bereit für den Schritt in die neue Lebensphase.

Positive Gefühle machen das Feiern leichter

Für eine entspannte und wirklich positive Scheidungsparty wird daher oft empfohlen, nach der Trennung noch einige Zeit vergehen zu lassen. Wer sich wirklich als Single fühlt oder gar schon mit einem neuen Partner zusammenlebt, kommt mit der Situation besser klar als jemand, der gerade aus der turbulenten Schlussphase einer Ehe hervorgegangen ist.

Zwar gehört es naturgemäß nicht zum Standardvorgehen, den ehemaligen Partner auf die Party einzuladen, ein grundsätzlich positives Verhältnis erleichtert den Schritt aber dennoch enorm. Dies gilt insbesondere auch für das Umfeld – Scheidungspartys, die nicht auf Groll basieren, sondern auf positiven Gefühlen, werden von Freunden und Bekannten generell eher akzeptiert.

Die Zahl der Scheidungspartys wird derweil auch in Europa immer höher. Partyveranstalter haben den Trend längst erkannt und bieten entsprechende Feiern mit allen Extras an. Die Hochzeitstorte, aus der eine Scheidungstorte geworden ist, gehört dabei genauso zum Repertoire wie die passende Musik und das rituelle Vernichten von Erinnerungsstücken unter professioneller Anleitung.

Nicht wenige Veranstalter haben Scheidungen mittlerweile ebenso im Programm wie Hochzeitsfeiern. Wenn die Entwicklung ähnlich verläuft, wie in Amerika, wird sich dieser Trend wohl auch so schnell nicht ändern: Das Phänomen Scheidungsparty gewinnt immer mehr Akzeptanz und Anhänger und wird wohl so schnell nicht wieder verschwinden.

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