Jedem Topf (s)einen Deckel

jedem Topf sein DeckelDie meisten von uns kennen das Sprichwort „jeder Topf findet seinen Deckel“! Aber viele der gerade langjährigen Singles beginnen irgendwann daran zu zweifeln und die Hoffnung zu verlieren, noch ihren passenden Deckel zu finden.

Doch das ist nicht notwendig, denn selbstverständlich hat jeder Topf einen passenden Deckel! Die Frage ist nur, über welche Art von Deckel wir sprechen. Verstehen wir unter der Suche nach dem „richtigen“ Deckel, einen Deckel aus dem gleichen Material, dem exakt passenden Durchmesser und mit demselben Herstellerdatum? Falls ja, dann ist es tatsächlich sinnvoll, eine geringfügige Anpassung der Vorstellungen vorzunehmen.

Viele Singles haben zu Beginn ihrer Suche das Bild eines Edelstahl-Hochglanztopfes vor sich, dessen Deckel metallisch glänzend und exakt abschließend auf dem Topf sitzt. Doch manche Töpfe sind so genormt, dass fast jeder Deckel auf diese passt. Andere Töpfe wiederum haben eine ganz besondere Größe, Farbe oder Material, weshalb da eben nicht jeder Deckel exakt sitzen kann. Übrigens gibt es auch Töpfe, für die ursprünglich niemals ein Deckel vorgesehen war – und dich kann auch ein solcher Topf mit einem Deckel bedeckt werden.

Jeder von uns hat wahrscheinlich selbst schon einmal die Situation erlebt, dass er oder sie während des Kochens, den “passenden” d.h. den ursprünglich zugehörigen Deckel nicht griffbereit hatte. Eventuell ist dieser im Laufe der Zeit abhanden gekommen, er klemmt in der untersten Schublade fest oder er ist einfach kaputt gegangen. Und wahrscheinlich haben auch alle  sich dann eine ganz pragmatische kreative Lösung einfallen lassen, um den Topf doch abzudecken zu können. Man kann sich hier mit einem Deckel helfen, der eigentlich viel größer ist, der anstatt aus Edelstahl aus Glas ist und dessen Griffe eine andere Form haben. Das Schneidebrett aus Holz oder Plastik kann ebenfalls zweckentfremdet werden und in der Not tut es auch eine Alufolie die über den Topf gespannt werden kann. Dabei haben wir alle die Erfahrung gemacht, dass man auch mit einer anderen Art Deckel wunderbar Nudeln kochen, Fleisch gaaren oder Suppe erhitzen kann.

verliebtes PaarUm bei dem Bild des Topfes und seinem zugehörigen Deckel zu bleiben es gilt auch zu bedenken, dass sich Töpfe sowie Deckel im Laufe der Zeit verändern können. Der Glanz des Edelstahls verblasst, das Material bekommt Kratzer, eventuell gibt es Dellen oder der Topfboden brennt derart an, dass die Oberfläche nie wieder so glatt wird, wie direkt nach der Herstellung.

Und auch, wenn Topf  und Deckel zum Zeitpunkt der Auslieferung perfekt aufeinander abgestimmt und zueinander gepasst haben, kann es durchaus sein, dass sich dies im Laufe der Zeit und des Gebrauchs verändert. Das heißt nicht, dass Topf und Deckel dann generell nicht mehr zueinander passen. Ganz und gar nicht. Lediglich die Passung erscheint auf den ersten Blick nicht mehr so perfekt; genau geprüft kann Topf und Deckel sich miteinander derart gut eingekocht haben, dass die Speise noch besser wird als je zuvor.

Das bedeutet, dass Sie von vornherein nicht den perfekt passenden Deckel für Ihren Topf suchen brauchen! Den Aufwand können Sie sich sparen! Begeben Sie sich gar nicht erst auf die Suche nach dem Perfekten! Sparen Sie sich die Mühe und setzen Sie Ihre Energie für etwas Spaßigeres ein. Denn, letztlich ist es das Ziel, eine individuelle Lösung zur Abdeckung Ihres ganz besonderen Topfes zu finden. Es geht um das bewusste Treffen einer Entscheidung, dass Sie aus den vielen verschiedenen Möglichkeiten zur Abdeckung wie bspw. Edelstahldeckel, Alufolie, Küchenbrett, Glasdeckel sich für eine Art der Abdeckung entscheiden und dann versuchen gemeinsam – Topf und Deckel – das bestmöglichste dafür zu tun, dass ein gutes Gericht daraus entsteht.

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Wenn wir die Analogie zwischen Topf und Deckel verlassen und uns konkret der Partnerschaftssuche von Singles zuwenden, bedeutet das folgendes:

Viele Menschen erwarten den Kick, den gewissen Funken, der überspringt, wenn sie ihrem zukünftigen Partner begegnen. Ein Kribbeln, ein Zucken, das durch den ganzen Körper geht oder ein Schauder, eine Welle des Glücksgefühls, Seelenverwandtschaft, emotionale Ekstase oder ähnliches. Aber genau das ist es oft gerade nicht, auf was es ankommt, wenn eine dauerhafte und stabile Beziehung entstehen soll. Es muss nicht das überwältigende Gefühl zu Beginn sein!

Es reicht, wenn Sie jemanden finden, der Ihnen sympathisch ist. Sätze wie “es ist nur ein guter Freund” oder “nee, der fehlt das gewisse Etwas” kennt jeder von sich selbst oder aus dem Bekanntenkreis. Was steckt da wirklich dahinter? Letztlich bedeutet das, dass Sie sich momentan dazu entscheiden sich noch nicht für eine Partnerschaft zu entscheiden. Das heißt, Sie treffen die Entscheidung, sich noch nicht zu entscheiden!

Denn der Beginn einer Partnerschaft ist nichts anderes, als sich für eine Beziehung zu entscheiden! Im Mittelpunkt steht dabei Ihre eigene Entscheidung für eine Beziehung, wer es dann letztendlich ist, für den Sie sich entscheiden, steht erst einmal nicht im Vordergrund.

Sobald Sie sich dann zu einer Beziehung entschieden haben, können Sie Ihr Bestmögliches tun, um eine gute Beziehung zu gestalten. Zunächst einmal von Ihrer eigenen Seite aus. “Bestmögliches” bedeutet dabei aber nicht, alles für den anderen zu tun, d.h. auf Kosten der eigenen Bedürfnisse zu leben. Wieder auf den Topf und seinen Deckel bezogen, bedeutet das, sich als Topf nicht zu sehr zu verbiegen, nur damit der Deckel besser passt. Hier geht es eher darum, eine gute Lösung für die Gestaltung eines Miteinanders zu finden.

Neben all dem oft vergeblichen Aufwand, den perfekt passenden Partner zu finden, gilt es zudem in Betracht zu ziehen, dass sich Menschen im Laufe der Zeit und auch im Kontext der Beziehung verändern. So dass ein Mensch, bei dem Sie zu Beginn einer Beziehung dachten, dass er perfekt zu Ihnen passt, sich nach einiger Zeit durchaus verändern, andere Ziele entwickeln und neue Bedürfnisse entdecken kann. Die perfekte Passung kann dadurch gestört erscheinen. Welch ein Schreck dies festzustellen, umso mehr, als man vielleicht zu Beginn gerade an die perfekte Passung geglaubt hat. Aber das wäre dann schon wieder ein anderes Thema, nämlich das der Gestaltung und Erhaltung einer Paarbeziehung.

Suchen Sie jemanden, mit dem Sie Spaß oder eine gute Zeit haben können. Oder jemanden, mit dem Sie Interessen teilen, gute Gespräche führen können, der Sie unterstützt und vor allem, mit dem Sie sich wohlfühlen und sich wertgeschätzt fühlen. Wenn Sie sich dann für eine Beziehung entscheiden, können sie durchaus von heftigen Gefühlen des Verliebtseins überrascht werden – müssen es aber nicht.

Wenn man alte Paare, die bereits das Leben miteinander gemeistert haben, nach dem Erfolgskriterium ihrer Ehe fragt, dann sind es nie die aufregenden Gefühle der Schmetterlinge im Bauch. Sondern es sind Merkmale wie Freundschaft, Toleranz und gegenseitige Unterstützung, die die Partnerschaft kennzeichnen und immer wieder die Entscheidung mit dem anderen ein Paar bilden zu wollen: Jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr aufs Neue die Entscheidung, mit dem anderen zusammen sein zu wollen oder auch nicht.

Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von Single-Coach Dr. Maren R. Stephan zur Verfügung gestellt (http://www.single-berater.com)

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