Paartherapie

Die Entscheidung, eine Paartherapie zu machen, ist längst keine Seltenheit mehr. Viele Paare nutzen die Chance, in einem psychologisch-therapeutischen Setting über Konflikte in der Beziehung zu sprechen und sie bestenfalls zu lösen.

Gründe, einen Paartherapeuten aufzusuchen

Konflikte in Beziehungen können so vielfältig sein, wie die Beziehungen selbst. Sie sind unvermeidbar und treten da auf, wo Menschen aufeinandertreffen. Per se sind Auseinandersetzungen nichts Negatives. Problematisch wird es nur dann, wenn die Beteiligten sie nicht wahrhaben und sich nicht mit ihnen auseinandersetzen wollen. Unter solchen Voraussetzungen bleiben Konflikte entweder latent bestehen und können somit zu einer permanenten Belastung werden oder sie eskalieren irgendwann unkontrolliert. Mögliche Konfliktthemen sind beispielsweise Kommunikationsschwierigkeiten, Probleme in der Sexualität, herausfordernde Lebensumstände oder Untreue. Wird der durch Beziehungsprobleme bedingte Leidensdruck für einen oder beide Partner zu groß, könnte eine Paartherapie weiterhelfen.

Therapie statt Trennung

Therapien sind in der heutigen Gesellschaft nach wie vor eher negativ konnotiert, obwohl es hierfür keine Rechtfertigung gibt. Es ist nichts verwerflich daran, mit Schwierigkeiten nicht alleine fertig zu werden. In Zeiten steigender Scheidungsraten ist es eher positiv zu bewerten, wenn ein Paar bereit dazu ist, an sich zu arbeiten und zu versuchen, die einstmals funktionierende Beziehung wiederherzustellen. Insofern beide Partner gewillt sind, aneinander festzuhalten, auf unreflektierte Schuldzuweisungen zu verzichten und respektvoll miteinander umzugehen, ist eine Therapie der Trennung klar vorzuziehen.

Verschiedene therapeutische Ausrichtungen

Es gibt viele unterschiedliche Konzepte darüber, welche Ansätze und Methoden zur Stärkung der Beziehungskompetenz angewandt werden sollen. Je nach psychologischer Denkausrichtung des Therapeuten, werden unterschiedliche Techniken praktiziert. Gängig sind u. a. Methoden der Psychoanalyse, der kognitiven Verhaltenstherapie, der systemischen Theorie oder der humanistischen Psychologie. Ebenso, wie sich jeder Therapeut entsprechend unterschiedlicher Schulen ausrichtet, haben auch Klienten verschiedene Präferenzen dahingehend, welche Methoden ihnen helfen. Inwieweit Übereinstimmung in solchen Sachverhalten vorherrscht, wird in der ersten Sitzung thematisiert. Dadurch soll gewährleisten werden, dass die Klienten und der Therapeut ähnliche Ansichten haben, sich gegenseitig akzeptieren und somit effizient zusammenarbeiten können.

Kompetenzen des Therapeuten

Die Beziehung zwischen dem Therapeuten und den Klienten ist von besonderer Importanz für eine gelingende Paartherapie. Diese sollte davon gekennzeichnet sein, dass der Therapeut empathisch und authentisch agiert. Entsprechend sollte er also in der Lage sein, sich in die Probleme seiner Klienten einzufühlen und deren Standpunkte nachzuvollziehen (ohne Partei zu ergreifen) sowie den Klienten gegenüber wohlwollend aufzutreten und sich nicht zu verstellen. Im therapeutischen Setting soll offen über alles gesprochen werden können, weshalb eine vertrauensvolle Atmosphäre unerlässlich ist. Schließlich können nur die Aspekte bearbeitet und gegebenenfalls gelöst werden, die man bereit ist auszusprechen.